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27. Juni 2022

Wie sollten Sie sich gegen einen Stromausfall schützen?

Symbolbild: Notstrom oder Ersatzstrom?

Durch Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichersystemen kann eine größere Versorgungssicherheit garantiert werden, wodurch bei einem Netzausfall wichtige Verbraucher versorgt werden können. Dabei werden von vielen Herstellern Ersatzstrom- oder Notstromfunktionen angeboten. Was diese Begriffe genau bedeuten und ob unterschieden werden muss, erklären wir im Folgenden.

Oft muss zwischen Notstrom und Ersatzstrom differenziert werden. Leider gibt es allerdings innerhalb der Branche keine einheitlichen Definitionen. Darüber hinaus ist neuerdings eine neue Generation von Hybrid-Wechselrichtern auf den Markt gekommen, die bereits eine Ersatzstromfunktionen erfüllen und die ursprünglichen Definitionen in Frage stellen.

Notstrom und Ersatzstrom endlich verständlich

Um eine einheitliche Sprache sprechen zu können, benötigen wir einige Begriffe für ein allgemeines Verständnis. Dabei unterscheiden wir zwischen Ersatzstrom, „Ersatzstrom  Light“ und der Notstromsteckdose. Darüber hinaus werfen wir einen Blick auf sogenannte Inselsysteme und die unterbrechungsfreie Spannungsversorgung (USV). Durch diese Definitionen lassen sich die einzelnen Komponenten in ihrem Funktionsumfang vergleichen und transparent darstellen.

Notstrom:

Notstrom ist die umgangssprachliche Bezeichnung, die als Überbegriff für alle Möglichkeiten dient. Im Folgenden wird dieser Begriff als Dach für alle Optionen verwendet.

Ersatzstrom:

Bei einem Netzausfall kann der Ersatzstrom alle Räume eines Hauses weiterversorgen. Dabei muss die Umschaltung im Falle eines Stromausfalls automatisch erfolgen. Hierfür wird typischerweise eine Umschalteinrichtung am Netzanschlusspunkt benötigt, die zwischen Zähler und Hausverteilung installiert wird. Dreiphasige Großverbraucher können hier allerdings meistens nicht betrieben werden. Die Einphasenlösung mit Phasenkopplung wird auch dem Begriff des Ersatzstroms zugeordnet. Dann werden bei einem Netzausfall alle drei Phasen parallel geschaltet. Dadurch kann auch mit einem einphasigen Wechselrichter ein gesamtes Haus weiterversorgt werden. Meistens ist in diesem Fall die Phasenleistung sogar noch größer.

„Ersatzstrom Light“:

Heutzutage werden Hybridwechselrichter mit integrierter Umschalteinrichtung von immer mehr Herstellern angeboten. Auch in diesem Fall muss die Umschaltung beim Stromausfall automatisch erfolgen. Bei dieser Alternative werden bei einem Stromausfall nicht alle Räume weiterversorgt, sondern nur bestimmte ausgewählte Stromkreise. So kann man beispielsweise in jedem Fall das Arbeitszimmer, den Vorratsraum oder die Gefriertruhe weiter mit Strom versorgen. Hier wird eine zusätzliche Umschalteinrichtung gespart, denn die Verbraucher der Notstromkreise sind auf Dauer durch den Wechselrichter „durchgeschleift“. Das wiederum bedeutet, dass der Strom für die Verbraucher immer durch den Wechselrichter fließt, unabhängig davon, ob es einen Stromausfall gibt oder nicht. Bei der Verkabelung in der Hausverteilung könnte ein größerer Aufwand entstehen.

Notstromsteckdose:

Zusätzlich zum Ersatzstrom bieten viele Batterie- und Hybridwechselrichter einen Anschluss für eine Steckdose. Hier kann also im Falle eines Stromausfalls manuell umgeschaltet werden. Dabei kann in der Regel allerdings meistens nur ein einziges Gerät angesteckt werden. Die Notstromsteckdose ist definitiv die einfachste Versorgungsform und sie reicht in den meisten Fällen bereits für gewisse Förderprogramme aus.

Inselsystem:

Ein Inselsystem hat im Vergleich zum Ersatznetz keine Verbindung zum öffentlichen Stromnetz. Bei dieser Option muss jede Anlage individuell geplant werden. Besonders die Leistung des Wechselrichters muss auf die Verbraucherleistung angepasst sein und auch für kurzzeitig hohe Leistungen liefern können. Zu beachten sind dabei die Planungsleitfäden der Hersteller. In diesem Fall gehen wir nicht weiter auf Inselsysteme ein, weil hier jede Anlage individuell unterschiedlich ist.

Unterbrechungsfreie Spannungsversorgung (USV):

Durch das Verhindern eines Spannungsabfalls kann eine USV beispielsweise dafür sorgen, dass ein Server im Falle eines Stromausfalls weiterlaufen kann. Hier wird im Vergleich zu einem regulären Notstromsystem die Umschaltzeit auf wenige Millisekunden reduziert. In den meisten Fällen sind Photovoltaikanlagen nicht als USV-Systeme zertifiziert, weil die Wechselrichter mit den schnellen Umschaltzeiten nicht mithalten können. Durch USV-Systeme wird also in der Regel nur ein kontrolliertes Abschalten gewährleistet, da sie oft nur einige Minuten überbrücken können. Bei dieser Variante ist die Ergänzung eines zusätzlichen regulären Notstromsystems besonders sinnvoll.

Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland

Die Frage, ob ein Notstromsystem in Deutschland überhaupt nötig ist, beantworten wir im folgenden Teil. Gefühlt haben wir in Deutschland ein sehr sicheres und konstantes Stromnetz. Im Durchschnitt sind deutsche Haushalte nur zwischen 10 und 20 Minuten pro Jahr vom Strom getrennt. Allerdings besteht genau hier die Gefahr der Leichtsinnigkeit, wenn es mal doch zu einem längeren Stromausfall kommen sollte. Im Jahr 2020 allein gab es über 100.000 Stromausfälle in privaten Haushalten, die mindestens eine Stunde gedauert haben. Die Ersatzstromlösung kann in diesem Fall direkt bei Neuanlagen mitinstalliert werden. Die Nachrüstung eines Ersatznetzes mit einem zusätzlichen Stromspeicher ist ebenfalls eine Option. Natürlich ist es besonders wichtig, vor der Planung des Notstromsystems die individuellen Anforderungen zu kennen. Nur so lässt sich das passende System finden.

Fazit

Der Begriff Notstrom wird aufgrund eines Mangels an eindeutigen Definitionen leider oft fehlgedeutet. Für Klarheit kann einfach die Sammlung unserer Definitionen verwendet werden. Für viele Haushalte werden Notstromsysteme immer relevanter. Die Hersteller haben ebenfalls auf diesen Trend reagiert, weil inzwischen fast alle Hybridwechselrichter notstromfähig sind. Aus diesem Grund lässt sich ein Ersatznetz oder ein Ersatznetz-Light bei einer neuen Anlage ganze einfach und kostengünstig ergänzen. Für Bestandsanlagen gibt es mit dem richtigen Batteriewechselrichter ebenfalls sinnvolle Lösungen.

Wenn Sie nun weitere Fragen zum Thema Ersatzstrom und Notstrom haben oder Ihr persönliches PV-Projekt in Angriff nehmen wollen, können Sie uns jetzt hier ganz einfach kontaktieren.

Über Donau Energietechnik

Wir sind Spezialisten für Photovoltaikanlagen und Energiespeichersysteme mit 15 Jahren Erfahrung. Voller Enthusiasmus setzen wir uns für den Erfolg der erneuerbaren Energien ein.

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